Rechtsstreitigkeiten auf Deckungsschutz nehmen überhand. Wir hatten bereits mehrfach darüber berichtet, dass es heute noch möglich ist, sich in Widerrufsfällen jetzt noch für Rechtsschutz zu versichern.

Der Rechtsschutzfall tritt erst ein, wenn die Bank das Widerrufsrecht pflichtwidrig zurückweist. Der Kunde kann diesen Augenblick selbst steuern, indem er den Widerruf erst erklärt, wenn auch Versicherungsschutz besteht. (Benötigt wird Vertragsrecht. Ausschlussgründe sind üblicherweise „Neubau“ und/oder „Fremdnutzung“. Rechtsstreitigkeiten mit Finanzierungen zum Erwerb von selbst genutzten Bestandsimmobilien sind somit versicherbar.)

Aber: Die Rechtsstreitigkeiten mit den Rechtsschutzversicherern nehmen überhand. Es gibt kaum noch einen Fall, in dem die Rechtsschutzversicherer nicht massive Einschränkungen unserer Arbeit vornehmen wollen. Dies betrifft nicht nur die Höhe unserer Gebühren, sondern auch, wie Sie gegenüber der Bank Ihre Rechte geltend machen sollen. Die Rechtsschutzversicherer möchten Ihre Kunden – natürlich – auf den vermeintlich (!) billigsten Weg bringen.

Es ist aber wie im Baumarkt: „Wer billig kauft kauft doppelt.“

Beispiel: Die Versicherer verlangen im Rahmen der Klage die reine Feststellung, dass ein wirksamer Widerruf erklärt wurde.

Die Frage zur Höhe der wechselseitigen Ansprüche im Rahmen der Rückabwicklung soll ausgeklammert werden. Und was bringt das?

Zunächst nur einen geringeren Streitwert. Gut für die Versicherung.
Wenn dann geklärt wäre, dass ein wirksamer Widerruf vorliegt, muss aber anschließend eine 2. Klage erhoben werden, um den geschuldeten Rückzahlungsbetrag festzulegen. Die Vorstellungen zwischen Bank und Kunde gehen regelmäßig weit auseinander. Es liegen oft mehrere 10.000 € dazwischen.

Das Verfahren wird unnötig in die Länge gezogen – bei deutlich höheren Kosten am Ende.

Besser ist es, die wechselseitigen Ansprüche gleich in einer Klage umfassend zu klären.

Die 2. Rechtsschutzversicherung ist daher nötig, um notfalls gegen die 1. Rechtsschutzversicherung auf Erteilung von uneingeschränktem Rechtsschutz – so wie es vom Anwalt empfohlen wurde – zu klagen; und sich nicht nur auf die (falsche) Meinung und die halbherzige Zusage der eigenen Rechtsschutzversicherung verlassen zu müssen.

Wenn erst gegen die eigene Rechtsschutzversicherung geklagt werden muss, entstehen neue Kostenrisiken in spürbarer Höhe.

Daher: Schließen sie gleich 2 Versicherungen ab. Diese weiteren 150 € bis 200 € sind sehr gut investiert und stehen in keinem Verhältnis zu den tatsächlichen Kosten eines Rechtsstreit mit der Rechtschutzversicherung (ggf. mehrere tausend Euro – je nach Streitwert).

Damit Sie zu Ihrem vollen Recht kommen.