„Einen Hausbau, bei dem alles glatt läuft, gibt es nicht.“
Florian Becker, Vorstandsmitglied des Bauherrenschutzbundes

So dürfte es sich nicht nur beim Hausbau verhalten, sondern bei allen Bauvorhaben größerer Natur. Denn es passiert immer wieder Unvorhergesehenes – sei es, dass das Wetter Kapriolen schlägt, in der Baugrube Weltkriegsbomben gefunden werden oder schlicht das Material falsch angeliefert und verbaut wird.
Eine Zusammenstellung von anschaulichen Erzählungen von Bauherren ist momentan auf der Internetseite der Zeit zu finden.

Der Artikel ist durchaus lesenswert, zeigt er doch auf, wie sich der Mangel an Facharbeitern im momentanen Bau-Boom niederschlägt – nämlich meist durch mangelnde Qualität.

Doch nicht nur Bauherren selbst sind betroffen, auch der jeweilige Generalunternehmer muss mittlerweile vermehrt Pfusch durch seine Subunternehmer fürchten.
Aus unserer langjährigen Erfahrung können wir dem Zitat des Herrn Becker zustimmen.
Am Bau passieren Fehler – das ist aber natürlich nicht das Ende der Welt.

Die Grundlage eines jeden Bauvorhabens ist der Bauvertrag.

Wenn jeder um seine Rechte und Pflichten weiß, kann man Konflikten meist zuvorkommen und Fehler zügig und ohne große Schäden beseitigen.
Doch leider sind sich selbst erfahrene Bauunternehmen nicht immer darüber im Klaren, was da eigentlich in den Verträgen steht und was es im Einzelnen zu bedeuten hat.

Die juristische Welt in Bausachen hat mittlerweile mannigfaltige Blüten getrieben, so dass auf den ersten Blick klare vertragliche Regelungen stellenweise ganz andere Folgen auslösen als erwartet – sei es weil die Regelung im Vertrag unwirksam ist, sei es weil ein Spezialfall nicht bekannt ist.
Dazu kommen die Regelungen des neuen Baurechts, welche seit dem 01. Januar 2018 gelten und die in der handwerklichen Praxis so gut wie unbekannt sind.

In dem Artikel der Zeit rät Frau Eva Reinhold-Postina, die Sprecherin des Verbandes privater Bauherren, einen Bausachverständigen zu beauftragen, der die Arbeiten der Handwerker kontrolliert, Verträge prüft und Nachbesserungen einfordert.

Doch leider können wir Frau Reinhold-Postina nur teilweise zustimmen – die Beauftragung eines Sachverständigen ist zwar sinnvoll, dieser sollte sich aber auf die Tätigkeit beschränken, in der er ausgebildet ist. Das ist die Bewertung von Bauvorhaben in der Ausführung und ob die anerkannten Regeln der Technik eingehalten werden.

Die Prüfung von Verträgen sollte man dem Fachmann überlassen – oder anders:
Würden Sie die Elektroinstallationen auch gleich durch den Fliesenleger erledigen lassen?

Wer gut vorbereitet und beraten ist, kann auch bei größeren Bauvorhaben das Schlimmste verhindern.
Und die Beratung in Bauangelegenheiten – sei es als Bauherr, Generalunternehmer oder Subunternehmer – liegt bei uns in guten Händen.

Ihr Benedikt Bigos
Kanzlei GUNKEL, KUNZENBACHER & PARTNER