Für Darlehensverträge, die ab dem 11.06.2010 geschlossen worden sind, ist der Widerrufsjoker durchaus noch lebendig. Ob Sie ihn ziehen können, hängt von verschiedenen Umständen ab, vor allem aber natürlich der in Ihrem Vertrag verwendeten Belehrung.

Das OLG München hat in seinem Urteil vom 21.05.2015, Aktenzeichen 17 U 334/15, darüber befunden, dass die Widerrufsbelehrungen einer Sparkasse aus den Jahren 2011 und 2012 wegen Verstoßes gegen das Deutlichkeitsgebot unwirksam sind und der Darlehensnehmer immer noch widerrufen konnte. Das zuvor vom Landgericht ausgesprochene Urteil wurde aufgehoben.

Der Kläger erhielt sodann vom Oberlandesgericht über 34.000 € zuzüglich Zinsen für eine Vorfälligkeitsentschädigung zugesprochen. Die Bank muss nun das berechnete Entgelt für die vorzeitige Rückzahlung des Kredits wieder erstatten (Vorfälligkeitsentschädigung). Gegebenenfalls werden die möglichen Ansprüche auch noch höher gewesen, wenn auch die „gezogenen Nutzungen“ (= Gewinne) der Bank gefordert worden wären. Der Kläger hatte allerdings nur die Vorfälligkeitsentschädigung verlangt, so dass auch nur diese zugesprochen werden konnte.

Vielleicht besteht diese Möglichkeit auch bei Ihnen, wenn Sie eine Vorfälligkeitsentschädigung gezahlt haben oder jetzt aus dem Vertrag ohne Vorfälligkeitsentschädigung/Kosten sich lösen wollen.

Wenn Sie einen Darlehensvertrag in der Zeit ab dem 11.06.2010 geschlossen haben, so können Sie sich zu einer kostenfreien Ersteinschätzung gerne an uns wenden.

Download:
>> OLG Muenchen, Endurteil v. 21.05 (PDF Dokument)

Senden Sie uns einfach ein Foto der Seite mit Ihrer Widerrufsbelehrung und dem Vertragsdatum zu – ganz unkompliziert per E-Mail.

Wir stehen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Team aus der Rechtsanwaltskanzlei
GUNKEL, KUNZENBACHER & PARTNER