Häufig gestellte Fragen zum Thema Widerruf Baufinanzierung

Warum soll ich meinen Vertrag widerrufen? Ich brauche das Darlehen noch…

Sie werden einen Vertrag haben mit deutlich höheren Zinsen, als derzeit bei neuen Darlehen angeboten werden.

Um zu z.B. zu 1,5 % neu abzuschließen, müssen Sie erst aus ihrem alten Darlehensvertrag raus. Das geht ohne Vorfälligkeitsentschädigung nur über den Widerruf. Ansonsten müssen Sie den alten – und teureren! – Vertrag bis zum Ablauf der Festschreibung erfüllen. Monat für Monat sind das mehrere 100 € mehr an Zinsen, die Sie besser für sich in die Tilgung investieren – was über ersparte Zinseszinsen dann auch viele 1000 € ausmacht. Das Darlehen ist bei gleicher Belastung deutlich schneller zurück gezahlt.

Weiterhin soll der Verbraucher von der Bank einen Gewinn der Vergangenheit (gezogene Nutzungen) laut Gesetz zurück bekommen. Das sind auch in der Regel viele 1000 € (durchschnittlich ca. 10.000 bis 20.000 €). Das führt normalerweise zu einer deutlichen Reduzierung des Rückzahlungsbetrages gegenüber dem aktuell ausgewiesenen Saldo.

Es geht also um viele 1000 €, die in ihrem Darlehensvertrag für Sie „schlummern“.

Am Ende der Verhandlungen werden Sie üblicherweise entweder einen neuen Vertrag mit der vorhandenen Bank oder einen Bankwechsel mit neuen Zinsen vollzogen haben.

ACHTUNG: gesetzlicher Fristablauf für Widerruf: 21.06.2016.

Danach entfällt das Recht für Altverträge ersatzlos. Bis dahin muss der Widerruf zumindest ausgesprochen/erklärt sein (Klärung/Verhandlung erfolgt anschließend). Sonst ist das schlummernde Geld verloren.

1. Hat mein Widerruf überhaupt Aussicht auf Erfolg?

Nach unserer Erfahrung finden sich in fast allen Belehrungen Fehler (zumindest bis 2010).

Und wenn die Belehrung einmal doch ganz vernünftig gewesen sein sollte, finden sich Fehler im Vertrag oder der Abwicklung – was dann wieder dazu führen kann, dass die Widerrufsfrist nicht begonnen hat.

Wir kommen so in den allermeisten Fällen dazu, dass wir zumindest mit den Verhandlungen mit der Bank mit vernünftigen Argumenten beginnen können.

2. Muss ich befürchten, dass meine Bank mich nach dem Widerruf „rausschmeißt“?

Nein. Der Widerruf wird derzeit tausendfach erklärt. Es handelt sich um ein Standardproblem der Banken. Sie nehmen nur ein gesetzliches Recht war. Das würde die Bank umgekehrt genauso machen, wenn es dafür eine Gelegenheit gäbe (Beispiel: aktuelle Kündigung von laufenden Bausparverträgen – ist übrigens vertragswidrig). Die Bank wird natürlich versuchen, die Rückabwicklung zunächst zu verhindern. Auch das ist normal.

3. Wie funktioniert die Abwicklung?

Grundsätzlich (Achtung: Ausführungen zu Rechtsschutz beachten!) in folgenden Schritten:

  • Der Widerruf wird von Ihnen erklärt (Begründungen müssen dafür nicht geliefert werden). Wie in der Belehrung beschrieben genügt Fax oder E-Mail.
  • Die Bank wird ablehnen oder ein sehr mäßiges Angebot von sich aus unterbreiten, welches aber mit Ihren tatsächlichen Ansprüchen nichts zu tun hat.
  • Sie beauftragen uns. Wir setzen uns dann mit der Bank in Verbindung, erläutern die Rechtslage und die Fehler, nehmen die Rückrechnung des Darlehens und der wechselseitigen Ansprüche vor und führen sodann die außergerichtlichen Verhandlungen. Häufige außergerichtliche Vereinbarungen sehen eine Fortsetzung der Geschäftsbeziehung/des Darlehens zu neuen Konditionen und mit neuer Laufzeit vor.
  • Oft darf der Kunde die Bank auch vorzeitig wechseln – gegebenenfalls mit einer für beide Seiten akzeptablen Vorfälligkeitsentschädigung; manchmal aber auch unter Ablösung eines geringeren Restsaldos!
  • Wenn Vorschläge für eine Einigung vorliegen, werden wir diese mit Ihnen besprechen und abwägen, ob sich ein Vergleich (tatsächlich, wirtschaftlich und auch nach ihren persönlichen Bedürfnissen) lohnt oder ob es besser ist, die Verhandlungen fortzusetzen – gegebenenfalls im Rahmen einer Klage.
  • Am Ende der Verhandlungen steht dann entweder eine einvernehmliche Regelung mit der Bank oder die Fortsetzung der Auseinandersetzung im Klageverfahren.

4. Brauche ich jetzt schon eine Anschlussfinanzierung?

„Jein“. Sie sollten zumindest sicher sein, dass Sie aufgrund Ihrer persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse bei einer anderen Bank sofort eine Finanzierung bekommen könnten. Mit dem Widerruf stehen Sie grundsätzlich in der Pflicht, einen Darlehenssaldo auch zurückzuzahlen. In der Praxis zieht sich das natürlich lange hin und es bleibt genügend Zeit, sich darum zu kümmern, wenn sich eine Einigung abzeichnet. Es schadet aber nicht, ein alternatives Angebot vorliegen zu haben, damit Sie auch wissen, was Sie bei einer andern Bank an Zinsen erhalten würden. Auf keinen Fall sollten Sie schon einen Vertrag mit einer anderen Bank eingehen, bevor nicht klar ist, ob und wann Sie aus dem bestehenden Vertragsverhältnis heraus kommen.

5. Bekomme ich als „Widerrufler“ überhaupt bei einer anderen Bank ein Darlehen?

Ja. Das Gerücht wird gestreut und aufrecht erhalten, um Verbraucher von ihrem Widerrufsrecht abzuhalten. Wir haben es bislang noch nicht erlebt, dass unsere Mandanten kein anderes Darlehen erhalten konnten. Eröffnen Sie gegebenenfalls zuerst ein Konto, bevor ein Darlehen beantragt wird, damit sie dort bereits Kunde sind…

6. Was kostet mich das alles?

Das hängt davon ab, ob eine Rechtsschutzversicherung eingreift oder nicht.

a) Sie sind rechtsschutzversichert.

Selbst wenn Sie rechtsschutzversichert sind, wird die Rechtsschutzversicherung den Fall nicht übernehmen, wenn die Finanzierung für einen Neubau aufgenommen worden ist.
Strittig könnte es mit der Rechtschutzversicherung werden, wenn es sich bereits um eine Anschlussfinanzierung bei einer anderen Bank handelt – die ursprüngliche Finanzierung aber für einen Neubau war.
Je nach Versicherungsbedingungen sind auch Streitigkeiten vom Schutz ausgeschlossen, wenn die Immobilien nicht selbst genutzt wird.

Wir prüfen ihren Vertrag mit der Rechtsschutzversicherung und holen eine Deckungszusage ein.
Wird diese vorbehaltlos erteilt, übernimmt die Versicherung die Kosten. Sie zahlen dann lediglich einen gegebenenfalls vereinbarten Selbstbehalt.

b) Sie sind nicht rechtsschutzversichert.

Dann sollten Sie vor einem Widerruf/Schreiben an die Bank prüfen, ob die oben genannten Ausschlussgründe (Neubaufinanzierung, vermietetes Objekt ohne eigenen Nutzungswillen) greifen.
Sofern dies nicht der Fall ist, können Sie sich jetzt noch versichern. Es gibt Rechtsschutzversicherer, die Verträge ohne Wartezeit im Vertragsrecht anbieten. Sie finden diese über die üblichen Vergleichsportale im Internet. Bevor irgendetwas anderes veranlasst wird, sollte der Versicherungsschutz bestätigt sein und der Erstbeitrag abgebucht. Prüfen Sie die Ausschlüsse der Rechtsschutzversicherung. Diese finden sich normalerweise unter § 3 ARB (allgemeine Rechtschutzbedingungen).

c) Sie sind nicht rechtsschutzversichert und eine Versicherung würde auch nicht eingreifen.

Das ist zunächst einmal schade, weil dann nicht so vehement gestritten werden kann ohne eigenes Kostenrisiko.

Grundsätzlich fallen die gesetzlichen Gebühren nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz an.
Diese richten sich nach dem Gegenstandswert – der natürlich in diesen Fällen recht hoch ist und daher auch die daraus resultierenden Kosten.

Sie können die gesetzlichen Gebühren hier selbst einmal ermitteln. Gegenstandswert ist i.d.R. der Darlehenswert oder Rückforderungsbetrag (Vorfälligkeitsentschädigung).

7. Welche Unterlagen muss ich zur Verfügung stellen?

Wir benötigen von Ihnen:

  • eine unterschriebene Vollmacht (sämtliche Darlehensnehmer)
  • unterzeichnete Mandatsbedingungen
  • gegebenenfalls die Honorarvereinbarung
  • Aufstellung Ihrer Zahlungen gemäß Mustertabelle (Stiftung Warentest)
  • ausgefülltes Informationsformular (Anlage)

Diese Unterlagen finden Sie auf unserer Homepage (Service/Formulare) und können diese ausdrucken und ausfüllen.

Weiterhin benötigen wir:

  • Ihre Kontaktdaten
  • den maßgeblichen vollständigen Darlehensvertrag, gegebenenfalls mit KfW Darlehen und europäischem standardisierten Merkblatt
  • gegebenenfalls die Verträge für Tilgungsersatz (Bausparen, Fonds, Versicherung)
  • die Jahresabrechnungen für die Rückrechnung
  • Kopie des Kaufvertrages (Nachweis gegenüber Rechtsschutzversicherung wegen Bestandsimmobilie)
  • aktuellen Grundbuchauszug
  • den (von Ihnen geschätzten) aktuellen Verkehrswert Ihrer Immobilie und den ursprünglichen Kaufpreis/Herstellungspreis (für die Konditionenberechnung)
  • falls vorhanden: die Daten Ihrer Rechtsschutzversicherung.

8. Ich will alles, was möglich ist. Kann ich das überhaupt außergerichtlich erreichen?

Nein. In dem Fall ist die außergerichtliche Verhandlung wahrscheinlich Zeitverschwendung.
Dann wäre zu überlegen, ob nicht besser sofort Klage erhoben wird.

Falls Sie dazu weitere Fragen haben, schicken Sie uns bitte eine E-Mail.

Wenn Sie nur wissen möchten, ob der Widerruf möglich ist, um uns anschließend zu beauftragen, schicken Sie uns Ihre Widerrufsbelehrung zu.

Wenn Sie eine umfassende Erstberatung (Prüfung des Vertrages, ggf. Rückrechnung der wechselseitigen Ansprüche und Stellungnahme zu den Erfolgsaussichten, Berechnung des Kostenrisikos) wünschen, betragen die Kosten 190,00 Euro zzgl. Mehrwertsteuer gemäß Rechtsanwaltsvergütungsgesetz.

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